Es ist zur Zeit in aller Munde: Mit präparierten Geldautomaten erleichtern professionelle Kartenbetrüger ihre ahnungslosen Opfer um stattliche Geldbeträge. Skimming – so nennen Fachleute diese Methode des EC- oder Kreditkartenbetruges. Die Schäden gehen in die Millionen. Wer nun glaubt dies sei ein rein deutsches Phänomen liegt falsch. Auch im Ausland ist man vor dieser fiesen Masche nicht gefeit. Im Gegenteil, in manchen Reiseländern ist die Gefahr, Opfer eines Kartenbetrugs zu werden, wesentlich höher.
Die Täter gehen dabei sehr geschickt vor: Das original Tastenfeld des Automaten wird mit einem manipulierten Tastenfeld überklebt, so täuschend echt, dass selbst aufmerksame Benutzer die Fälschung erst bei genauem Hinsehen entdecken. Mit dieser Methode ist es für die Täter ein Leichtes die Geheimzahl der Karte aufzuzeichnen. Ein anderer Trick: Am Geldautomaten wird eine Mini-Kamera angebracht, die jede Bewegung auf dem Tastenfeld erfasst und somit auch die Geheimzahlen der Karten. Gleichzeitig werden durch den ebenfalls manipulierten Geldkartenschlitz des Automaten sämtliche Informationen Ihrer Karte ausgelesen. Im Ausland werden dann mit den gesammelten Informationen billige Kartenduplikate hergestellt und die Konten leer geräumt
Doch wie können Sie sich vor dieser dreisten Masche schützen?
1. Der wichtigste Grundsatz: Die Eingabe Ihres PINs sollte immer verdeckt erfolgen!
Benutzen Sie dazu entweder Ihre freie Hand, ein Tuch oder einen Schal. Dies gilt übrigens nicht nur für das Geldabheben sondern auch für sämtliche Bezahlvorgänge, die die Eingabe Ihres PINs erfordern.
2. Fragen Sie in Ihrem Hotel nach ,ob man dort von Betrugsfällen dieser Art gehört hat. Unter Umständen kann man Ihnen dort einen Tipp geben, an welchen Automaten sicheres Geldabheben möglich ist.
3. Nehmen Sie den Geldautomaten genau unter die Lupe! Suchen Sie nach Auffälligkeiten: Kleinen Erhebungen, billig erscheinenden oder wackelnden Plastikteilen, Löchern oder Ihnen seltsam erscheinenden Bauteilen. Prüfen Sie besonders den Kartenschlitz und das Tastenfeld!
Achten Sie auch auf Beschilderungen oder Aufkleber, die Ihnen merkwürdig vorkommen.
4. Falls möglich sollten Sie nicht die selbe Karte für das Geldabheben und das Betreten der Filliale verwenden. Auch der Kartenschlitz der Eingangstür könnte manipuliert sein.
5. Haben Sie einen Geldautomaten, dem Sie „vertrauen“ benutzen Sie, wenn möglich, bevorzugt diesen. Untersuchen Sie ihn jedoch bei jedem Besuch auf Veränderungen.
6. Prüfen Sie regelmäßig Ihre Bankauszüge auf ungewöhnliche oder verdächtige Abbuchungen. Sollten Sie tatsächlich einen manipulierten Geldautomaten benutzt haben, kann jeder verstrichene Tag Sie bares Geld kosten.
Wer diese Tipps beherzigt, kann sich zwar nicht in absoluter Sicherheit wiegen, macht es aber den Betrügern um einiges schwerer. Sollten Sie dennoch Opfer einer Skimming-Attacke geworden sein, informieren Sie unverzüglich Ihre Bank und erstatten Sie bei der Polizei Anzeige. Häufig zeigen sich die Banken sehr kulant und ersetzen ihren Kunden den entstandenen Schaden.