Wenn ich so über Unternehmensgründungen nachdenke, fällt mir eine Geschichte ein, die das Abenteuer „startup“ ein wenig beschreibt.
Möchte man von seiner kleinen Insel weg auf das offene Meer hinaus, um neue Länder zu entdecken, so überlegt man sich einiges, wie man dies, anstellen könnte. Sicher man hat viele Ideen, aber nicht alle lassen sich umsetzen. Ist der Wunsch doch so stark, diese kleine Insel zu verlassen, geht man irgendwann das Risiko ein und möchte eine dieser vielen Ideen umsetzen.
In meinem Fall, handelt es sich um die Idee, ein Floß zu bauen. Sicher keine neue Idee, aber vielleicht befindet sich doch etwas Einzigartiges an dem Floß, z.B. eine kleine Trinkwasseranlage, die Salzwasser zu Trinkwassser durch spezielle Filter reinigt.
Schon bei der Planung des Floß merkt man schnell, dass man auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Man braucht Seile, Werkzeuge, Nahrung und vor allem Helfer. Also begibt man sich auf die Suche nach Partnern, die die Idee unterstützen. Im Gegenzug bietet man einen Platz auf seinem Floß oder, dass man eines Tages mit Reichtümern aus fernen Ländern zurückkehrt und diese unter den Partnern aufteilt. Hat man einen dieser Partner gefunden, kann man sich sehr glücklich schätzen.
Beim Bau seines Floßes merkt man schnell, dass alles etwas länger dauert als geplant und nicht selten passiert es, dass man noch einen Nachschub benötigt, was Nahrung etc. angeht und dass noch bevor man die Reise richtig gestartet hat.
Die Vorfreude ist besonders groß, wenn man sein Floß das erste Mal ins Wasser setzt. Nicht selten braucht man 2-3 Anläufe bis man mit seinem Floß zufrieden ist. Dann sticht man in See und ist so gespannt, wann man sein lang ersehntes Ziel erreicht. Im Traum hat man die fernen Länder mit den Reichtümern schon tausendmal gesehen, aber auf dem offenen Mehr fühlt es sich nicht selten noch weiter entfernt von den fernen Ländern als auf der kleinen Insel.
Es ist wirkliche Arbeit mit dem Floß voran zu kommen. Man wünscht sich einen Motor, wie die großen Schiffe auf dem Meer. Mehr Nahrung, mehr Schatten, ein bequemeres Bett – es könnte alles so schön sein, wenn man einfach von allem etwas mehr hätte und man schon näher an seinem Ziel sei. Leider kann man auch nicht immer genau abschätzen wie lange es noch dauert, bis Land in Sicht ist.
Dann kommt der erste Sturm – ein Auf und Ab. Bei jeder Welle kommt ein Hoch, dass einen euphorisch stimmt, dass man das Ziel bald erreicht hat und schon so viel geschafft ist. Dann folgt wieder ein Tief, dass einen Zweifeln lässt, ob man noch auf der richtigen Route ist.
Wichtig ist hier für jeden Floßbauer, niemals aufzugeben und das Rudern nicht vergessen.
Wenn man nicht untergeht (was natürlich auf offener See auch passieren könnte), wird irgendwann das lang ersehnte Ziel erreicht. Ein wahrer Floßfahrer hat eine Leidenschaft für ferne Länder und neue Ziele. Er wird sich nicht lange mit einen Land begnügen können, denn dann wäre er dort, wo er mal angefangen hatte und so startet er wieder mit dem Floß. Diesmal verbessert er das Floß und startet sicherer in die Wellen. Aber wenn auch der erste Sturm, der vom Gefühl stärkste Sturm, überstanden ist, darf man Stürme auch bei den folgenden Floßfahrten nie unterschätzen und nach wie vor muss man rudern.
Im wahren Leben kann man bei einer Unternehmensgründung nicht ertrinken, denn es öffnen sich ja auch ohne das Floß immer wieder neue Türen oder besser gesagt, man findet neue Quellen, die zwar nicht mit der Leidenschaft eines offenes Meeres zu vergleichen sind, aber genau so schön sein können.