Reiseknigge Japan III (80-Tage-Blogger)
Mittwoch, den 14. November 2007In unserem Dritten Teil “Reiseknigge Japan III” folgen die letzten Tipps für die Reise nach Japan. Hat noch jemand einen weiteren Tipp?
1. Jeglicher Versuch, einen japanischen Beamten durch ein Geschenk zu bestechen, ist nicht mit Erfolg gekrönt. Auch das Feilschen ist unüblich. Man verlässt sich auf die Fairness des Ladenbesitzers und bezahlt einfach den angegebenen Preis.
2. Wenn Sie in ein Restaurant eingeladen werden, so wird der Gastgeber für Sie bestellen und auch bezahlt. Sie können sich revanchieren, indem Sie sozusagen „zu sich“, also in ein westliches Restaurant einladen.
3. Trinkgeld ist in Japan unüblich. Häufig wird in Bars oder Kneipen jedoch eine Sitzgebühr fällig (etwa 300 Yen).
4. Es ist ein fester Bestandteil der japanischen Tischsitten, dass man sich gegenseitig Getränke nachschenkt. Wer sich selbst einschenkt, gilt als gierig und unhöflich.
5. Schlürfen, vor allem bei Suppen, ist in Japan besonders bei Männern gern gesehen, da dies als Kompliment für den Koch verstanden wird. Reis- und Suppenschüsseln werden in die Hand genommen und das Essen mit den Stäbchen in den Mund geschoben. So kleckert man auch weniger.
6. Den Umgang mit Stäbchen sollten Sie vor Ihrer Reise unbedingt üben. Absolut tabu ist es, die Essstäbchen senkrecht in den gekochten Reis zu stecken, denn das tut man in Japan mit Räucherstäbchen, wenn man den Geistern der Verstorbenen ein Opfer darbringt.
7. In Japan macht man sehr gerne kleine Geschenke an Freunde oder Geschäftspartner. Verschenken Sie zum Beispiel etwas Ess- oder Trinkbares (Obst, alkoholische Getränke, etc). Die Ästhetik und die stilvolle Verpackung sind dabei noch wichtiger als der Inhalt. Für die Verpackung verwenden Sie dafür aber kein weißes oder sehr helles Papier und keine Schleifen (Hinweis auf Beerdigungen). Das Geschenk wird wie die Visitenkarte mit beiden Händen am Ende des Besuches überreicht. Jedoch nie eine ungerade Anzahl von Geschenken oder gar vier von einer Sache verschenken, denn das bringt nach japanischer Vorstellung Unglück.
8. Der Japaner vermeidet nach Möglichkeit die Zahl vier, da diese ausgesprochen wie das Wort „Tod“ klingt. Ein Hotelzimmer mit der Nummer vier wird man vergeblich suchen und oft fällt dieser Scheu vor der Vier sogar ein ganzes Stockwerk zum Opfer.
9. Der Japaner mag auch keine Gestiken. Auf die Sprache mit den Händen wird verzichtet.
10. Sämtliche Dokumente, die man bei uns unterschreibt, werden in Japan mit einem
Namensstempel (”Inkan” oder “Hanko”) versehen. Bei einem längeren Japan-Aufenthalt ist es sehr von Vorteil, sich einen solchen anfertigen zu lassen. Wenn Sie geschäftlich mit einer japanischen Firma zu tun haben, erkundigen Sie sich am besten bei Ihren Gesprächspartnern, ob – etwa für eine Vertragsunterzeichnung – so ein Stempel vonnöten ist und wo Sie diesen in Auftrag geben können.
11. Die Orientierung in japanischen Städten ist ein ziemlich schwieriges Kapitel, denn innerhalb der Viertel werden Häuser nach der Reihenfolge ihrer Errichtung nummeriert. Somit steht das Haus mit der Nummer 8 meist weder neben Nummer 7 noch neben Nummer 6. In öffentlichen Gebäuden hängen oft nützliche Lagepläne aus. Am besten lässt man sich von einem Ortskundigen an einem prägnanten Treffpunkt abholen.
12. Abfall auf den Boden zu werfen ist in Japan nicht nur verpönt, es kann auch mit empfindlichen Strafen belegt werden.

