Reiseknigge Japan I (80-Tage-Blogger)
Montag, den 12. November 2007Phileas Fogg, Passepartout und Mrs. Aouda erreichen in einem Tag Yokohama. Japan ist geradezu ein Paradies für Fettnäpfchen für uns Europäer. Daher wieder ein paar Tipps, um ein paar Fettnäpfchen zu umgehen:
1. Auf Händeschütteln, Begrüßungsküsschen etc verzichten. Die traditionelle japanische Art der Begrüßung ist die Verbeugung. Hier bei verbeugt sich die tiefer gestellte Person tiefer und länger als die höher gestellte. Mit gerade Rücken verbeugen, die Männer mit den Händen seitlich an den Schenkeln und die Frauen die die Hände übereinander an den Oberschenkeln. Eine mittlere Verbeugung ist für Nicht-Japaner zu empfehlen.
An die Namen von Frauen und Männern wird ein höfliches “san” angehängt: Die Frau Yamaho wird daher mit “Yamaho-san” angesprochen. An den eigenen Namen hängt man jedoch kein san an.
2. Naseputzen in der Öffentlichkeit ist verpönt: Man sollte schniefen und die nächste Toilette aufsuchen. Auch Niesen ist zu unterdrücken.
3. In Japan ist Küssen in der Öffentlichkeit Tabu. Der Japaner meidet jeden Körperkontakt in der Öffentlichkeit.
Der Händedruck ist zwar nicht Teil der japanischen Kultur, aber allmählich wird er in verschiedenen Kreisen Japans auch akzeptiert. Japaner sind hier sehr behutsam und geben nur einen leichten Händedruck.
4. Kein direkter Augenkontakt. Der Japaner vermeidet den direkt Blick in die Augen. Der Blick richtet sich grundsätzlich auf das Kinn oder den Hals des Gegenübers.
5. In Japan ist auch die Bescheidenheit eine angesagte Tugend. Lob hört man von anderen jedoch gerne, wird aber aus Höflichkeit jedes Lob herunterspielen.
6. Die Mehrwertsteuer wird in Japan bei den Preisen nicht mitangezeigt. Man sollte also berücksichtigen, dass an der Kasse noch etwa 5% draufgeschlagen wird.
7. In Japan gibt es kein direktes “Nein”, daher sollte man während der Geschäftsreise auf das „Nein“ aus verzichten. Mit dieser direkten Ablehnung brüskieren Sie jeden Gesprächspartner in Japan. Allerdings kann diese Einschränkung durchaus zu Missverständnissen führen: Stimmt der andere wirklich zu? Oder will er nur nicht unhöflich sein?
8. Auch als Geschäftsreisender sollte man seine Anliegen sehr dezent formulieren und nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.
9. Wer im Gespräch immer wieder mal ein bestätigendes “Hai” (Ja) einwirft, signalisiert Aufmerksamkeit.

