Wie kann man sorgenfrei regieren? Indem der Rest der Bevölkerung schweigt und alles akzeptiert – maximal jammern ist erlaubt, aber das nicht zu laut. Also wäre ein Ohnmachtszustand der Bevölkerung gar nicht so schlecht?
Schließlich hat die Bevölkerung im Durchschnitt auch keine Ahnung von den politischen Umständen und den Hintergründen. Wenn man die Bevölkerung gefragt hätte, gäbe es keinen Euro, da der Einzelne nur eigene Interessen verfolgt und nicht die eines global orientierten Europas.
Die Rechtschreibreform hätte es auch nicht gegeben – wobei es hier nicht die politischen Hintergründe gibt, außer vielleicht ein paar wirtschaftlichen Interessen, die keiner kennen darf. Wer aus der Bevölkerung kann schon etwas zur Gesundheitsreform sagen?
Deutschland, ein Land, das alles akzeptiert? Diskussionen leben in den Medien auf und gehen so schnell wie sie kamen wieder unter. Keine großen Demonstrationen, keine Proteste, keine politischen Versammlungen, keine politische Atmosphäre mit Leidenschaft eines jeden Einzelnen. Natürlich war nie jeder politisch interessiert, doch war es zu früheren Zeiten auch nichts Besonderes. Wird man heute zu einer politischen Diskussionsrunde im Freundeskreis eingeladen, so wäre das gewiss nicht alltäglich. Nicht, dass es diese nicht gibt – aber wer lädt noch Gesprächspartner ein, um über Vor- und Nachteile einer Demokratie zu sprechen? Sicher, viele lesen und informieren sich, aber politische Diskussionen über Werte, Normen und Grundsätze sind selten. Gemeinsame Aktionen neben der Parteiarbeit sind auch nicht oft zu sehen.
Da ist schon ganz Deutschland irritiert, wenn es zu großen Demonstrationen in Heiligendamm kommt. „Was soll man dazu sagen? Warum und weshalb beschwert sich hier wer? Eine Demonstration?“ – Das kommt der Regierung gar nicht gelegen, solch ein kleiner Sturm auf der ruhigen See – vielleicht die Vorboten für ein Aufwachen aus dem Dornröschenschlaf? Hier hilft nur Kontrolle und kontinuierlich Gegensteuern. Geht es uns zu gut, um uns mit Politik aktiv zu beschäftigen? Ist das eher eine Tugend unserer Eltern und Großeltern?
Klimawandel – jeder weiß es und auch in den Medien wird das Thema zunehmend aufgegriffen. Aber wo geht es über die Information hinaus? Wer kann von sich behaupten, etwas für die Umwelt getan zu haben und auf die Frage unserer Enkelkinder „Was hast Du getan, damit unsere Natur nicht zerstört wurde? Habt Ihr auch zu den Umweltverschmutzern gehört, die nur an den eigenen Spaß und Komfort dachten? Oder habt Ihr zu den Widerstandskämpfern im Sinne der Natur gehört?“ Die meisten werden mit einem Schweigen antworten oder sagen, dass die Unternehmen schuld waren – man selber konnte nichts ausrichten. Aber, dass dies nicht richtig ist, beweisen immer wieder einzelne Persönlichkeiten, die sich nicht abbringen lassen, für eine gute Sache zu kämpfen.
Vielleicht gibt es heute einfach zu viele andere Themen, mit denen man sich beschäftigen kann, die viel interessanter sind. So dass vielen die Namen der Minister/innen unbekannt sind. Man kann wieder zu dem Schluss kommen, dass die Bildung entscheidend ist und auch die auf politischer Ebene. Die Botschaft, dass Resignation ein Schlag ins Gesicht ist, für all diejenigen, die für eine Demokratie gekämpft haben und die Rahmenbedingungen für unser Leben erarbeitet haben, sollte vorgelebt werden.
Noch zu erwähnen sind auch die Parteien, die zur aktiven Mitarbeit aufrufen – eine Disziplin, die besonders in der rechten Szene beherrscht wird. Das ist sicher eine große Gefahr, der man sich stellen sollte.
Weitere Artikel zu dem Thema Politikverdrossenheit im ersten politischen Blog-Karneval


Am 17. Juni 2007 um 12:17 Uhr
[...] Politische Ohnmacht ein Instrument des besseren Regierens? | Traveller News [...]
Am 17. Juni 2007 um 14:12 Uhr
Irgendwie ist mir der Klimawandel ein Dorn im Auge. 1979 von Maggie Thatcher erfunden worden, es sollte ein “Global Cooling” anstehen, als Maggies Anspracheschreiber etwas Recherche betrieben, stellte sich heraus das die Welt nicht kühler sondern wärmer geworden ist. Kein Problem, wurde die These einfach zu “Global Warming” umgeschrieben. Thatcher ging es um die unrentablen Kohlegruben die sie schließen wollte, Atomstrohm sollte sauberer brennen.
Ausserdem schuf sie die IPCC, die den den Grad des Menschlichen Einflußes messen sollten. IPCC war vom ersten Tag an eine politische Organisation mit einen politischen Agenda, von Wissenschaft konnte nie Sprache sein.
Heute sind sich die meisten Deutschen im klaren das es in der Nachkriegszeit keine Politiker Lippenbewegung gegeben hat die nicht auf einer Lüge zurück zu führen ist. Trotzdem glauben alle Bürger das sobald das Thema Umwelt diskutiert wird alle Politiker glaubwürdig werden. Ist irgendwie unlogisch.
Am 17. Juni 2007 um 14:27 Uhr
Das ist wirklich unlogisch. Aber wahrscheinlich wollen die meisten Bürger die Wahrheit nicht wahr haben. Da eine aktive Umweltpolitik auch Konsequenzen für jeden einzelnen hätte.
Am 23. Juni 2007 um 12:36 Uhr
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Am 25. Juni 2007 um 15:35 Uhr
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Am 25. Juni 2007 um 20:45 Uhr
Lust auf mehr – Politischer Blog-Karneval…
Ich hätte nie gedacht, dass sich 56 Blogs am ersten politischen Blog-Karneval – organisiert vom onezblog – beteiligen. Die Beiträge, jedenfalls alle die ich bisher gelesen habe, sind voller verschiedener Gesichtspunkte und Meinungen zum Thema…
Am 26. Juni 2007 um 08:35 Uhr
Ich finde es total spannend, dass man aufgrund eines Blog-Karnevals eine so lebendige Auseinandersetzung mit einem politischen Thema aufbauen kann. Ich finde es auch klasse und würde mich jeder Zeit wieder an einem politischen Blog-Karneval beteiligen.